Wie und warum entstand ANUAS

Engagement

Wie und warum entstand ANUAS

ANUAS e.V. wurde im November 2008 von der Betroffenen Marion Waade gegründet, da sie feststellen musste, dass es im Fall eines Tötungsdeliktes, eines Angehörigen im Ausland oder auch im Inland, staatliche “Grenzen” bei Hilfen gibt.

Seit März 2008 trafen sich aktiv in Berlin betroffene Familien, die mit ihrem Schicksal schwer oder garnicht fertig wurden. Kaum eine Person, die nicht selber betroffen ist – ein ” Außenstehender” – kann nachvollziehen, was in den betroffenen Familienangehörigen vor sich geht: tiefe Trauer, Hilflosigkeit, Fassungslosigkeit, intensive Wut, Suizidgedanken …  Andere Hilfsorganisationen fühlten sich nicht in der Lage den betroffenen Menschen emotional zur Seite zu stehen. Es zeigte sich bald, daß “nur” eine Selbsthilfegruppe keine ausreichende effektive Hilfe war. Das Thema wird in der Öffentlichkeit totgeschwiegen. Das Leid der Angehörigen wurde nicht ausreichend erkannt, Lücken in Gesetzen bzw. kompetente Ansprechpartner fehlten. Die Betroffenen der Selbsthilfegruppe sahen dringenden Handlungsbedarf und es entstand ANUAS e.V. – Hilfsorganisation für Gewaltopfer. Die bereits bestehende Selbsthilfegruppe wurde in die neu entstandene Hilfsorganisation integriert.

ANUAS soll Anlaufstelle sein für emotionales Verständnis und Hilfe, Vermittlung an Fachkräfte, Hilfe zur Selbsthilfe … — Jeder trauert anders nach solch einem furchtbaren Schicksalsschlag und jeder muß seinen eigenen Weg finden und gehen — in diesem Fall gibt es keine professionellen oder Lehrbuch-Ratschläge. Die beste Hilfe sind Menschen, die Gleiches erlebt haben und den Schock und die Trauer sowie das heftige Weinen mit den Betroffenen gemeinsam aushalten.

ANUAS gibt betroffenen Menschen Halt und zeigt Wege und Perspektiven auf, um aus der unendlichen Verzweiflung herauszukommen, auch wenn das eigene Leben unwiederbringlich zerstört zu sein scheint. Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich und engagieren sich uneigennützig für hilfebedürftige betroffene Angehörige, ohne jegliche Bezahlung und in ihrer Freizeit.

Wen betreuen wir innerhalb von ANUAS e.V.?

- Angehörige von Mord-/ Tötungs- / Suizid- und Vermisstendelikten

- Angehörige von Straftätern — wenn die Straftäter getötet wurden oder ein Suizid vorliegt

-  Betroffene von Mißbrauch und Mißhandlungen und deren Angehörige (Frauen, Männer, Kinder), –> diese werden an Kooperationspartner vermittelt, z. B. BIG e.V., Frauenhäuser, Wildwasser e.V. oder Lara e.V.

- Angehörige oder Betroffene die psychische Gewalt gegen Menschen durch Behördenwillkür, Intoleranz und Ignoranz erfahren mussten, –> diese Fälle werden nach Prüfung ein Thema für unseren “Runden Tisch – gegen Aggression, Gewalt, Ignoranz, Intoleranz – für ein besseres Miteinander und Füreinander”

- Mobbingopfer und Stalkingopfer –> diese werden an Kooperationspartner vermittelt, z. B. Stalkingopfer e.V., BIG e.V. –> ggf. auch Fälle für den “Runden Tisch …”

- Menschen in Krisensituation –> diese werden an Kooperationspartner vermittelt, z.B. Berliner Krisendienst, soz.-psychiatr. Dienst

- Kinder und Jugendliche aus Gewaltfamilien –> Vermittlung an z.B.: Kripo, Jugendämter, Sozialämter

- Flüchtlinge, Migranten –> diese werden an Kooperationspartner vermittelt, z. B. Xenion e.V., Exilio e.V.

 

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