Die Soziale Beratungs- und Präventionsstelle des ANUAS in Berlin wird gefördert aus Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie!

———————————-

 

Der Bundesverband ANUAS e.V. – Hilfsorganisation für Angehörige von Mord-, Tötungs-Suizid- und Vermisstenfällen ist eine bundesweite Betroffenen-Opfer-Hilfe- und Selbsthilfeorganisation. Er versteht sich als bundesweiter Interessenvertreter und stützender Partner für betroffene Angehörige. Dazu zählen alle in Deutschland lebenden Betroffenen, eingeschlossen Flüchtlinge und Migranten. Der Bundesverband will im Sinne sozialer Verantwortung und aus Erfahrungen der eigenen Betroffenheit für die Betroffenen als Hilfsorganisation Einfluss auf die Gesellschaft nehmen, um die Sorgen und Nöte der betroffenen Menschen stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und Verbesserungen in der Umsetzung der Gesetze zu ermöglichen. ANUAS setzt sich für Hilfen und Gerechtigkeit im Umgang mit betroffenen Angehörigen ein, die überlebendes Opfer psychischer und/oder körperlicher Gewalt geworden sind. Akut- und Krisenhilfe in Form der Telefonseelsorge – beim ANUAS unter der Bezeichnung „Sorgentelefon“, Förderung der rechtlichen Gleichstellung von betroffenen Menschen mit seelischen Erkrankungen/Behinderungen, Projekte zur Prävention der Gesundheit, Gewalt und Kriminalität, Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Rechte für Angehörige der ANUAS-Betroffenen = Gewaltopfer (entsprechend EU-Richtlinie zum Mindeststandard für Gewaltopfer). Ziele sind Förderung und Unterstützung der Interessen der betroffenen Angehörigen, Förderung der Kriminalprävention „Denn jemand, der nichts mehr zu verlieren hat, ist zu allem fähig und das ist die gefährlichste Waffe der Welt…“, Aufbau eines Netzwerkes zur besseren Unterstützung der Gewaltopfer, Erstellung von Forschungsvorhaben in den Bereichen der Gewalt- und Opferforschung, Ethnologie, Psychotraumatologie und Traumatherapie sowie Akutintervention, Trauma- und Krisenintervention, bundesweite Onlinefachberatung, Angebote bundesweiter Projekte und Fachfortbildungen zum Opferschutz und Gewaltprävention sowie der Gesundheitsförderung, Präventionsangebote bei der Bewältigung von Suizid- und Selbstjustizgedanken, Restorativen Justice, z.B. Täter-Opfer-Ausgleich speziell mit dem Ziel der Umsetzung und Verbesserung des Opferschutzes.

 

Die Beratungs-Konfliktschlichtungsstelle  Berlin befindet sich in der Trägerschaft des ANUAS e.V.

Die Einbindung der Beratungsstelle in deren großes Netzwerk von sozialen Beratungs- und Betreuungsstellen bietet zahlreiche Vorteile: ein größeres Unterstützungsangebot für die Gewaltopfer und deren Angehörigen; vorhandene Synergien können besser genutzt und organisatorische Abläufe vereinfacht werden. Die Kontaktstelle und Beratungsstelle unterstützt Gewaltopfer und Angehörige individuell und  themenübergreifend in ganz Berlin bei ihren Tätigkeiten sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger auch bei der Koordination der Hilfe zur Selbsthilfe. Die Kontaktstelle pflegt Verbindungen zu Förderern, zur Öffentlichkeit und zur Kommunalpolitik, um den Opfer-Gruppen eine noch breitere Unterstützung zukommen zu lassen.

Ein weiteres Ziel ist es, auf die hohe Kompetenz sowie den gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Stellenwert der Opferbetreuung, -begleitung und –beratung sowie Selbsthilfe hinzuweisen, die damit auch einen großen Beitrag zur Lebensqualität in Berlin leistet.

Regelmäßige Austausch-Treffen mit anderen Opfereinrichtungen sowie regelmäßige Fortbildungen gehören ebenfalls zum Angebot der Präventionsstelle, außerdem:

  • Ersthilfe möglich
  • Aufbau von Vertrauen und Stabilität
  • Förderung der Kriminalprävention
  • mgl. Verhinderung von Aggression, Gewalt und Lynchjustiz
  • Förderung der Gesundheitsprävention.

Professionelle Ausübung durch

  • Opferberater
  • Opferbegleiter

 

1. Zielgruppe

  • Gewaltopfer und Angehörige
  • Kinder und Jugendliche aus Gewaltfamilien
  • Seniorinnen und Senioren
  • Flüchtlinge
  • Migranten

 

2. Ziele

– Kommunikation mit Betroffenen und Nicht-Betroffenen sowie Institutionen und Behörden:

  • Aktiver Dialog zwischen Bürgern, Polizei und Gemeinden
  • Bewusstseinsbildung und Aufklärung zu verschiedenen Themen im Bereich Opferschutz,
  • Gewaltprävention, Traumata und mögliche Reaktionen bei Gewaltopfern etc.

– Zusammenarbeit mit externen Akteuren mit einem gemeinsamen Ziel:

  • Zusammenarbeit zwischen BMI und Bürgern, Medien, Feuerwehr, Sanitätskräften, Krankenhäusern sowie weiteren Hilfsorganisationen im Bereich Opferschutz und Gewaltprävention
  • Umsetzung von Projekten in die Präventions- und Bewältigungspraxis

–> Professionelle Tätigkeiten der ANUAS-Opferhilfeeinrichtung  speziell in Bereichen

  • der Gesundheitsvorsorge und Prävention
  • der Gewaltprävention und Minimierung
  • Verhinderung der Benachteiligung von Menschen
  • Verbesserung der Integration Betroffener ins soziale und berufliche Umfeld

Es geht um wichtige Fragen der Umsetzung der  Kriminalitäts- und Gesundheitsprävention, um  psychische Krankheiten sowie erneute Gewaltbereitschaft zu verhindern.

Weitere wichtige Aspekte müssen berücksichtigt werden:

  • Migranten, Flüchtlinge:

Hier geht es um unterschiedliche Kulturkreise, die berücksichtigt werden müssen. Der Umgang mit Gewalt, Tod, Trauma und Trauer wird in anderen Kulturen verschieden be- und verarbeitet.

  • Kinder und Jugendliche:

Diese Personengruppe bleibt oft mit den Schwierigkeiten alleine, weil die Eltern mit anderen Familienproblemen zu tun haben. Unterschiedliche Verarbeitung der Gewalttat (Suchtprobleme, Aggression, Rückzug aus dem sozialen Umfeld, psychische Instabilität und Krankheit). Verfall moralischer Werte. Probleme im Freundeskreis, in der Schule, im Berufsfeld – Schulabbruch … Ausbildungsabbruch … Drogenmissbrauch … Aggression und Gewalt

Kinderkodex und Verhaltensnormen beim ANUAS

  • Gewaltfamilien:

Kinder und Jugendliche aus Gewaltfamilien neigen oft dazu, selbst gewalttätig zu werden. Flucht aus dem Elternhaus, fehlendes Vertrauen in Familie und Gesellschaft, sozialer Abstieg

  • Senioren:

. Angehörige von Gewalttaten – schaffen es körperlich nicht, zu unterstützen, eigene Belastung, die zu gesundheitlichen Problemen führt, die ggf. eine Pflege nötig machen

. Oft gibt es unter den Senioren Gewalterfahrungen, die nicht verarbeitet wurden und bei anderen Gewalttaten als Trigger wirken und stark belasten

. Gewalt in Seniorenfamilien und/oder Pflegeheimen

  • Körperlich und psychisch Behinderte:

Für diese Betroffenen ist ebenfalls umfangreiche Beratungs- und Begleitungsarbeit nötig. Diskriminierungen und Stigmatisierungen sind den Betroffenen nicht ausreichend bekannt, oder sie besitzen die Kraft nicht, sich um ihre Menschenrechte und Gerechtigkeit zu kümmern.

  • Täterangehörige:

Es gibt oft die Situation, dass innerhalb einer Familie ein Mord durchgeführt wird. Damit hat die Gesellschaft es mit einem Opferangehörigen und Täterangehörigen zu tun.

Beispiel: Schwiegervater erschießt Schwiegermutter – die Angehörigen sind Angehörige eines Opfers (Schwiegermutter) und eines Täters (Schwiegervater)

Über den ANUAS werden den ehrenamtlichen Helfern und Jobbern regelmäßig Supervisionen kostenlos angeboten, wie auch nötige Qualifizierungsmöglichkeiten im Bereich des Traumas, der Opferrechte und Opferhilfen.

 

3.  Aktivitäten und Maßnahmen

  • Gesundheitsvorsorge über Aufklärung und Information
  • Präventionsveranstaltungen zum Thema Aggression und Gewalt
  • Organisation Austauschgespräche von Betroffenen und Nichtbetroffenen
  • Kriseninterventionsgespräche und Ressourcenaufbau für psychisch instabile Menschen
  • Durchführung von Workshops zur Gesundheits- und Kriminalprävention
  • Kommunikationstrainings
  • Organisation von Diskussionsrunden in Gesprächskreisen zum Täter-Opfer-Ausgleich, als ein Hilfsprojekt
  • Diskussions- und Informationsrunden zum Opferentschädigungsrecht
  • Diskussionskreis zu sozialen Hilfen