Gesundheitliche Auswirkungen für betroffene Angehörige
Ein Mensch ist getötet worden.
Was passiert jetzt mit den Angehörigen?
Wie geht es Ihnen?
Welche gesundheitlichen Auswirkungen sind feststellbar?
Die psychischen und physischen Beeinträchtigungen sind weitgreifend und für “Nichtbetroffene” kaum nachvollziehbar.
Zum massiven Leidensdruck der betroffenen Angehörigen kommt noch eine starke Einschränkung der Lebensqualität!!!
1. Reaktionen auf ein schweres Trauma (F43) = akute Belastungsstörungen
- quälendes Wiedererleben des Traumas bzw. Elemente des Traumas
- Vermeidungsaktionen
- Symptome von Übererregung (Schreckhaftigkeit, Wut…)
- chronische Belastungsstörungen
. Wiedererleben
. starke gefühlsmäßige und körperliche Belastungssymptome, bei allem, was an das Trauma
erinnert
. Amnesie
. Vermeidung von Reizen in Bezug auf das Trauma
. Gefühl des Entfremdens
. Unfähigkeit, zärtliche Gefühle zu empfinden
. Gefühl, eine eingeschränkte Zukunft zu haben
. vermindertes Interesse am sozialen Leben
. erhöhte Erregbarkeit: Schlafstörungen, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen…
- akute Belastungsstörungen
. Depersonalisierung
. Derealisierung
. dissoziative Amnesie (F44.0)
. Gefühl der emotionalen Taubheit
. Losgelöstsein
- Selbstverletzung, suizidale Gedanken, Suizid

2. mögliche körperliche Beeinträchtigungen, Störungen und Erkrankungen nach einem Trauma:
- Blasen-, Darmerkrankungen
- akute und chronische Pankreatitis (Bauchspeicheldrüse) — Diabetes
- Herz-Kreislaufstörungen, Angina-Pectoris-Anfälle, Herzinfarkt, Schlaganfall
- Pilzerkrankungen im ganzen Organsystem
- Neurodermitis
- Schmerzzustände und Bewegungseinschränkungen
- chronische Unterbauchbeschwerden
- häufige Infekte, schlechte Wundheilung, erhöhtes Risiko von Tumoren — inaktives
Immunsystem
- Abhängigkeit von Beruhigungs-, Schmerz- und/oder Schlafmitteln
- Magersucht, Bulimie, Fettsucht
3. Störungen im Bereich Konzentrations- und Leistungsfähigkeit
- Schwächezustände
- schlechte bzw. schwankende Leistungen
- Suchtverhalten
- erhöhtes Risiko ADS bzw. ADHD
4. Störungen der Affekt- und Impulskontrolle
- impulsives und riskantes Verhalten im Straßenverkehr – auch als Fußgänger
- Wutdurchbrüche, Gewalt in der Partnerschaft und gegenüber Kindern
- impulsives Suchtverhalten
- Impulsivkäufe, Sich-Verschulden, Stehlen, kriminelle Handlungen
- stark schwankende Gefühle
- häufige und plötzliche Suizidimpulse und -versuche
- Zwangsrituale
5. Persönlichkeitsstörungen
- Borderline
- Narziss
- Hysteriker
- abhängige Persönlichkeit
- antisoziale / kriminelle Persönlichkeit
- dissoziativer Stupor (F44.2)
- Trance- und Besessenheitsstörungen (F44.3)
- dissoziative Störungen der Bewegung und der Sinnesempfindungen (F44.4 – F44.7)
- “Vorbeiantworten” = “Ganser-Syndrom”(F44.81)
6. Langzeitschäden
- Störungen der Sexualität
- exzessives Risikoverhalten
- dissoziative Episoden und Depersonalisierung
- Störungen der Selbstwahrnehmung
. Wirkungslosigkeit
. Stigmatisierung
. Schuldgefühle
. Scham
. Isolation
. Bagatellisieren
- Störungen in der Beziehung zu anderen Menschen
. Unfähigkeit, zu vertrauen
- Veränderung von Lebenseinstellungen
. fehlende Zukunftsperspektiven
. Verlust von persönlichen Grundüberzeugungen



Berlin e.V.