Manuela Dräger

E-Mail-Kontakt: beauftragte-integration-inklusion@anuas.de

  • Vorstandsmitglied des Bundesverbandes ANUAS e.V.
  • Betroffene Angehörige einer gewaltsamen Tötung
  • körperbehindert

–>  Aufgabe der Beauftragten für Integration und Inklusion beim ANUAS ist es, sich für die Menschenrechte der betroffenen Angehörigen einzusetzen, gegen Stigmatisierungen und Diskriminierungen vorzugehen und Berührungsängste abzubauen und somit betroffenen Menschen eine Akzeptanz und Teilhabe in der Gesellschaft zu ermöglichen.

 

Die UN-Behindertenrechtskonvention

Gesellschaftliche Teilhabe ist ein Menschenrecht, das ohne Einschränkungen auch für behinderte Menschen gilt.

Weltweit gibt es etwa 650 Millionen Menschen, die mit einer Behinderung leben. Nur in etwa 45 Staaten allerdings gibt es Vorschriften und Gesetze, die die Rechte dieser Menschen besonders schützen. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat deshalb im Jahr 2001 beschlossen, zu diesem Zweck ein umfassendes internationales Übereinkommen zu entwickeln. Die „UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ inklusive Zusatzprotokoll wird 2006 von der UN-Generalversammlung verabschiedet.

Die UN-Konvention stellt klar: Gesellschaftliche Teilhabe ist ein Menschenrecht, das ohne Einschränkungen auch für behinderte Menschen gilt. Die UN-Konvention erfasst sämtliche Lebensbereiche, von der Arbeit über Bildung, Gesundheit und Pflege, persönliche Mobilität, Fragen des Bauens und Wohnens bis hin zur politischen Teilhabe. Zentraler Leitgedanke bei der Umsetzung der Konvention ist das Prinzip der Inklusion, wonach Menschen mit Behinderungen von Anfang an und in allen Lebensbereichen an der Gesellschaft teilhaben sollen.

Integration und Inklusion

Seit dem Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention und der Vorstellung des Nationalen Handlungsplans der Bundesregierung ist in der öffentlichen Diskussion immer häufiger der Begriff „Inklusion“ zu lesen und zu hören. Nicht selten in Kombination oder als Ergänzung zum vertrauter klingenden Begriff der „Integration“. Es handelt sich dabei jedoch nicht einfach um den Austausch eines Schlagwortes durch ein anderes: Integration und Inklusion bezeichnen vielmehr zwei sich grundlegend unterscheidende sozialpolitische Konzepte und stehen für unterschiedliche Sichtweisen auf die Gesellschaft.

Während die Integration davon ausgeht, dass eine Gesellschaft aus einer relativ homogenen Mehrheitsgruppe und einer kleineren Außengruppe besteht, die in das bestehende System integriert werden muss, stellt die Inklusion eine Abkehr von dieser Zwei-Gruppen-Theorie dar und betrachtet alle Menschen als gleichberechtigte Individuen, die von vornherein und unabhängig von persönlichen Merkmalen oder Voraussetzungen Teil des Ganzen sind.
Das Konzept der Integration nimmt also bewusst Unterschiede wahr und verlangt vom Einzelnen, dass er sich an das Mehrheitssystem anpasst, um ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu sein. Die Inklusion dagegen ordnet unterschiedliche individuelle Eigenschaften und Voraussetzungen nicht auf einer Werteskala, sondern betrachtet die Vielfalt und Heterogenität der Gesellschaft als grundlegend und selbstverständlich. Hier muss sich nicht der Einzelne dem System anpassen, sondern die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen müssen so flexibel gestaltet sein, dass sie jedem Einzelnen Teilhabe ermöglichen.

Eingliederung, Einbeziehen, IntegrationGruppe, Person, Inklusion, Rollstuhl

 

 

 

 

 

Für den ANUAS bedeutet dieses:

Angehörige gewaltsamer Tötung sind Opfer psychischer Gewalt aus einer tödlichen Gewalttat heraus. Auf Grund der psychischen und teilweise körperlichen Einschränkungen sind diesen betroffenen Menschen keine Teilhabemöglichkeiten in der Gesellschaft mehr gegeben. Sie werden arbeitslos, haben einen Grad der Behinderung und sind viele Jahre krank.

Das Thema macht Angst und führt zu Berührungsängsten. Betroffene Angehörige werden diskriminiert und ausgegrenzt.

Gesetz zur Stärkung seelisch Erkrankter